Auf Entdeckungstour durch Helsinki Teil 1

Helsinki -die wunderschöne Stadt an der Ostsee! Nicht so überladen und royal wie Stockholm oder Kopenhagen, sondern ehrlich, herzlich und wunderschön -besonders auf den zweiten Blick. Das haben mittlerweile einige entdeckt, und so machen viele Touristen dort einen Stop mit einem der vielen Kreuzfahrtschiffe und verbringen so weniger als 12 Stunden in der Stadt. Ein, wie ich finde, echter Frevel! Hat Helsinki doch mehr zu bieten als die völlig überlaufene Felsenkirche, die Markthalle, die oft so voll ist, dass sie an den Naschmarkt in Wien erinnert oder auch die Uspenski Kathedrale und der Dom. Helsinki ist doch so viel mehr, es sind die vielen Kleinigkeiten, die oft nicht wahrgenommen werden oder denen keine Beachtung geschenkt wird. Was das genau ist, möchte ich dir hier in meiner kleinen kompakten Sommer-Serie „Auf Entdeckungstour durch Helsinki“ zeigen.

 

Ganz bewusst zu Fuß habe ich mich mit meiner finnischen Freundin Karita aufgemacht Helsinki und deren Bewohner so kennenzulernen, wie es kaum Touristen tun. Fernab der üblichen ausgetretenen und überlaufenen Pfade gehen wir gut gelaunt los. Hier sind die ersten Highlights, beginnend im Stadtteil Hietaniemi.

 

Hietaniemi Hautausmaa

Den berühmten Strand – Hietaniemen ranta– schauen wir uns auf dieser Strecke nur kurz an, der Wind ist doch recht frisch, und eine Mischung aus Sand und Salz weht uns um die Ohren. Trotzdem liegen einige Hartgesottene an der sogenannten Copacabana of Helsinki-Respekt! Vorbei am leider geschlossenen Café Ann geht es Richtung Süden und wir

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Parkallee mitten im Friedhof von Hietaniemi

stehen am Eingang vom Hietaniemi Hautausmaa, dem Friedhof des Stadtteils. Lachend frage ich „Ist das dein Ernst, dass du mir Helsinki zeigen willst und wir hier Station machen?“ Ja klar, sagt Karita -und sie hat so was von recht! Der Friedhof ist beeindruckend und die Lage direkt am Meer wirklich reizvoll. Es gibt viele alte, große Bäume, Eichhörnchen hüpfen rum, und es ist sehr ruhig.

 

Auch Persönlichkeiten wie Tove Jansson fand dort ihre letzte Ruhestädte.

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Das Grab von Tove Jansson

Während wir über Schotterwege laufen und schauen wen wir dort noch entdecken, fällt mein Stresslevel der letzten Wochen merklich ab, das viele Grün und die Aura dieses Ortes tun gut. Vorne am Wasser angelangt, laufen wir den Weg weiter und gelangen so in Richtung Stadtteil Lapinlahti.

 

Lapinlahden koira-aitaus

Dort zeigt mir Karita etwas für uns Deutsche sehr Unübliches: den dortigen Hundepark Lapinlahden koira-aitaus. In Finnland gilt Leinenpflicht für Hunde. Das ist wahrscheinlich für alle Hundebesitzer hierzulande völlig undenkbar, schließlich macht ihr eigener Hund ja nie was 🙂 (Anmerkung, ich mag Hunde sehr, nur nicht, wenn sie im Schweinsgalopp auf mich zu gerannt kommen und weit und breit kein Besitzer zu sehen ist). In Finnland gibt es daher, nicht nur zum Schutz der Bürger, sondern auch der Flora und Fauna die einfache Regel, dass außerhalb der Wohnung, Hauses oder Grundstück der liebe Vierbeiner an die Leine gehört.

Hundepark 1
Eingang zum Hundepark

Damit der treue Freund des Menschen aber auch mal nach Belieben hüpfen, springen und laufen kann, gibt es Hundeparks im ganzen Land. Diese sind teilweise mit so viel Bedacht und Liebe zum Detail konzipiert, dass es sogar eine Trennung zwischen großen und kleinen Hunden gibt. Ein freundliches Schild mit Hinweisen, das es selbstverständlich auch online in englischer Sprache gibt, Dog rules  erklärt die Regeln.

Hundepark 2
Ohne Regel geht’s auch hier nicht!

Die Anlagen sind recht groß, so dass Bello über Rasenflächen und zwischen Bäumen toben kann. Natürlich gibt es auch alles Notwendige, um die Hinterlassenschaften ordnungsgemäß zu entsorgen. Nicht erwähnen muss ich, dass Rechen und Schippen nicht geklaut werden, die Müllbeutel nicht in der Gegend rumfliegen und auf dem Rasen keine „Tretminen“ liegen.

Eine tolle Sache finde ich, die das Leben für alle etwas vereinfacht und eventuelle Spannungen und negative Stimmungen von Anfang an gar nicht entstehen lassen. Es gibt übrigens auch eine Seite im Internet auf dem alle Hundeparks, samt Beschreibung, in Helsinki vermerkt sind: Hundeparks  Typisch Helsinki! Typisch Finnisch!

 

 

Lapinlahden Lähde

Für eine kleine Mahlzeit und einen Kaffee gehen wir ins Lapinlahden Lähde. Einem netten Café mit Mittagstisch im typischen Buffetstil. Neben leckeren Köstlichkeiten aus nachhaltigen und regionalen Produkten ist das Highlight aber der eigentliche Ort: Es liegt in einer ex-psychiatrischen Klinik, gebaut 1841! Oberarzt war viele Jahre niemand geringeres als Christian Sibelius, Bruder von Jean Sibelius.

Wayto Lähde

So kommt es im Café auch zum netten Detail, dass die Zimtschnecken im

leckerer Mudcake!

ehemaligen Aufwachraum des Krankenhauses gebacken werden -da hatte jemand echt Humor!

Im Gebäude gibt es mittlerweile auch eine Galerie mit wechselnden Exposés, Konzerte, Tagungsräume und eine Sauna die regelmäßig in Betrieb ist. Im Innenhof, der wunderbar zum entspannen einlädt, stopp auch von Zeit zu Zeit ein Foodtruck. Schön, wenn man alten, in die Jahre gekommenen Gebäuden mit so einer Vergangenheit doch wieder Leben und Freude einhauchen kann.

Manchmal macht auch ein Foodtruck halt!

 

 

 

 

 

Wo es als nächste hingeht, verrate ich dir in der kommenden Woche…bis dahin, hab einen wunderschönen Sommer, wo auch immer du gerade bist!

 

 

 

 

Fotos © Karita Brand, visitfinland, Lapinlahden Lähde und Wikipedia (please forgive me and contact me, if your copyright might be affected)

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