Erinnerungen an das Festkonzert Finnland und an eine Einladung zum Frühstück

Es war einer der Höhepunkte und gleichzeitig Abschluss der Einhundertjahrfeierlichkeiten der Republik Finnland in Deutschland: Das Festkonzert in der Berliner Philharmonie! Entsprechend hochkarätig war das Programm und sah die Gästeliste aus: Finnlands Außenminister Timo Soini, Bundespräsident a.D. Horst Köhler, Bundesministerin Barbara Hendricks, Botschafterin von Finnland Ritva Koukku-Ronde und *lach*… ja ganz genau: meine Wenigkeit! Nicht zu vergessen all die ausgezeichneten Musiker und die Moderatorin Anna-Maija Mertens, die für einen kurzweiligen Abend sorgten.

Klare Botschaften vor dem Konzert

Es geht los!

Die Deutsch-Finnische Beziehung sei eine ganz besondere, betonte Botschafterin Ritva Koukku-Ronde. Deutschland war eins der ersten Länder, die die finnische Unabhängigkeit vor 100 Jahren anerkannte und ist bis heute ein wichtiger Partner.
In den vergangenen Einhundertjahren hat Finnland schon oft Mut zur Veränderung und Flexibilität gezeigt. Auch ist Finnland in Sachen Bildung und Innovationen sehr gut aufgestellt, was sich jetzt in Zeiten der Digitalisierung erneut bewährt.

Außenminister Timo Soini verriet vielleicht eines der wichtigsten Geheimnisse für den Erfolg der finnischen Demokratie: Es wird niemand zurückgelassen. Bei nur 5,3 Millionen Einwohner ist die Zusammengehörigkeit der Schlüsselfaktor zum Erfolg, ob im Bereich Bildung, Wirtschaft oder Gesellschaft. Daher steht das Jubiläum auch unter dem Motto „ydessä“ (= zusammen).

In Anspielung auf den 100. Geburtstag, verwies Bundespräsident a.D. Horst Köhler darauf, dass es nicht selbstverständlich sei, guten Mutes und in guter Verfassung ein solches Jubiläum zu begehen. Des Weiteren betonte er die gute Zusammenarbeit beider Länder und stellte mit viel Ankerkennung fest, dass über 280 finnische Unternehmen in Deutschland ansässig sind.

Programmheft

Festkonzert für alle Sinne

Nach den Grußworten ging es mit klassischen Werken von Jean Sibelius los. Auf Sibelius folgte Sebastian Fagerlund, der zu den bedeutendsten finnischen Komponisten seiner Generation (Jahrgang 1972) gehört. Weiter ging es mit einer der bekanntesten Komponistinnen der Gegenwart: Kaija Saariaho. Anschließend folgten Werke von Yrjö Kilpinen, der unter anderem Lieder zu Gedichten von Morgenstern und Hesse komponierte – übrigens eine perfekte deutsch-finnische Zusammenarbeit, aber das nur am Rande.
Danach wurde es mit Kalle Kalima deutlich fetziger und auch lauter. Der Jazzgitarrist performte zusammen mit seiner Band eigene Stücke als auch Werke von Hiski Salomaa.
Das Ende -und mein persönlicher Favorit- waren Kompositionen von Einojuhani Rautavaara. Manch einer stellte fest, dass die finnische Nationalhymne oder zumindest „Finlandia“ von Jean Sibelius fehlte. Meiner Meinung war das aber kein Mangel. Das Programm war rund, ausgewogen und vielfältig.

 

Sonderbeilage in der FAZ

Ein weiteres Highlight war die ausgelegte Sonderbeilage „100 Jahre Finnland“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die an diesem Tag erschien. Sie sorgte für viel positiven Gesprächsstoff und wurde durch die Bank sehr gelobt. Mir persönlich hat das natürlich besonders gefallen, da ich einen der Artikel verfasst hatte. Ich bin selten stolz auf mich, aber meinen Namen in der FAZ zu lesen -das muss ich bei aller Bescheidenheit zugeben- hat mich unglaublich glücklich gemacht! 🙂

 

Treffen mit Freunden und neuen Gesichtern

Nach dem Konzert gab es noch einen Umtrunk und kleine finnische Köstlichkeiten. Ich war überrascht, auf wie viele bekannte Gesichter ich traf. Manche hatte ich seit Jahren nicht mehr gesehen, aber die Liebe zur finnischen Musik ermöglichte es, dass sich unsere Wege wieder kreuzten. Entsprechend herzlich und freudig war das Wiedersehen. Geschichten wurden ausgetauscht, Anekdoten erzählt und ehe ich mich versah, war die Veranstaltung ruck, zuck vorbei. Nach einem Absacker ließ ich mich müde, aber sehr zufrieden, in die Federn fallen.

Yummie!

Einladung zum Frühstück

große Auswahl

Am nächsten Morgen gab es eine Überraschung! Ich habe eine Einladung zum Frühstück erhalten! Irgendwie hatte das Scandic am Potsdamerplatz * herausgefunden, dass bei Ihnen #FinnlandBlog übernachtet (Selbstverständlich habe ich die Übernachtung aus eigener Tasche bezahlt!) und luden mich zum Frühstück ein. Was wirklich nett war, da das Wetter in Berlin verdammt schlecht war, und ich überhaupt keine Lust hatte, nur einen Schritt vor die Tür zu setzen. Ich nahm daher dankend die Einladung an und nahm mir alle Zeit der Welt und fraß mich -Raupe Nimmersatt mäßig- durch das reichhaltige Frühstücksbuffet! Ich fühlte mich tatsächlich wie nach Finnland gebeamt!

Alles frisch!

Allein die Auswahl an Brot und Kuchen war genial. Und es gab, wie es auch in Finnland üblich ist, jede Menge frisches Grünzeugs in Form von Salat, Tomaten, Gurkenscheiben, Kresse und und und. Auch die warmen Sachen wie Rührei und lecker Speck lies ich nicht aus. Außerdem geräucherten und eingelegten Fisch, Wurst- und Käsespezialitäten. Die Müsliauswahl war riesig und es gab -das habe ich persönlich in dieser Form noch gar nicht gesehen- ein extra Buffet für Allergiker und auch eins nur für Kinder!

Allergiker Buffet
„Nordic“ Design 🙂

Das Wlan war schnell und so verbrachte ich fast eineinhalb Stunden im Frühstücksraum. Erst als ich ein paar Fetzen blauen Himmels erblickte und ehrlich gesagt doch ziemlich vollgestopft war, zapfe ich mir einen letzten Kaffee und machte mich ans Kofferpacken und checkte aus.

Ich glaub‘ ich knutscht ein Elch!

Ich verabschiedete mich noch von dem imposanten Elch an der Eingangstür -keine Angst, es war kein echter- und machte mich langsam Richtung Flughafen. Die Rückreise verlief stressfrei und so war ich am späten Nachmittag wieder zu Hause.

Tschüß Elch!

 

Am Ende bleibt sehr viel Dankbarkeit

Schön war’s und irgendwie schade, dass die Feierlichkeiten in Deutschland mit diesem Konzert vorbei sind! Ich möchte all den vielen fleißigen Menschen von der Botschaft von Finnland ein großes Dankeschön sagen! Ihr habt einen tollen Job gemacht!

Danke liebe Merja!

 

* Transparenz: Wie geschrieben, habe ich die Übernachtung im Scandic Potsdamer Platz selbst bezahlt, lediglich zum Frühstück wurde ich eingeladen.

Fotos © #FinnlandBlog

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