#Finnland100: Helsinki zur Zarenzeit Teil 2

Anlässlich #Finnland100 entführt dich #FinnlandBlog in die Zeit vor der Unabhängigkeit der Republik Finnland. Im zweiten Teil der Serie besuchen wir ein Gefängnis, das heutige Außenministerium und das Kasino -bequeme Schuhe an und los geht’s!

Die zweite Etappe -inkl. Alternativroute!
Jugendstil und Knast

Unsere letzte Station war das russische Restaurant Bellevue in der Rahapajankatu. Am Ende dieser Straße geht man kurz nach rechts Richtung Hafen und sofort wieder nach links in die Luotsikatu. Dieser folgt man inmitten schöner Jugendstilbauten bis zum Ende und biegt nach rechts in die Vyökatu ein.

Am Ende befindet sich auf der linken Seite hinter den roten Backsteinmauern das ehemalige Gefängnis von Katajanokka. Dort, wo einst die schweren Jungs einsaßen, wurde vor einigen Jahren ein Hotel eingerichtet. Wer interessiert ist, sollte ruhig einmal „zum Hofgang“ ansetzen und hineingehen. Die Stahltreppen im Jugendstil und die Zellentüren sind immer noch vorhanden, allerdings sind die spartanisch eingerichteten Zellen komfortabel ausgestatteten Hotelzimmern gewichen.

Link zum Hotel Katajanokka: https://www.hotelkatajanokka.fi/en

Früher Gefängnis, heute Hotel
Außenministerium und Engel

Das nächste Ziel des Rundgangs ist die ehemalige Marinekaserne (Merikasarmi). Dazu verlässt man das Gefängnis-/Hotelgelände und folgt den Gleisen der Straßenbahn 4 nach links. Hinter der Kurve stößt man auf die Merikasarminkatu und nach wenigen hundert Metern liegt links das große, in gelblichen Tönen gehaltene Gebäude, das damals Kaserne war und heute vom Ministerium für auswärtige Angelegenheiten genutzt wird.

Früher Kaserne, heute das Außenministerium

Link zum Außenministerium: https://formin.finland.fi/Public/default.aspx

Hinter dem Gebäudekomplex folgt man einem kleinen Gässchen nach links und geht nach etwa hundert Metern vor dem Mauerdurchgang nochmals nach links. Kurz darauf steht man auf einem großen Platz, dem Merisotilaantori. Hier wurden früher Paraden abgehalten.

Der nördliche Gebäudeteil wurde nach Entwürfen des in Berlin geborenen Carl Ludwig Engel (1778-1840) im Jahr 1820 auf blankem Felsen errichtet, ebenso der westliche Flügel, der im Jahr 1836 fertiggestellt wurde. Als Vorbild diente ihm St. Petersburg, wo er sich bereits zuvor seine Sporen als Baumeister verdient hatte. Das damals zur Kaserne gehörende Lazarett, das den Platz im Süden begrenzt, entstand 1838 nach Plänen von Anders Fredrik Granstedt. Der bis dahin C-förmige Gebäudekomplex wurde erst 1989 komplettiert, als der Ostflügel hinzukam. Dieser orientiert sich trotz des wesentlich jüngeren Datums sehr an den Vorgaben Engels.

ehemaliger Paradeplatz

 

Von Eisbrechern und Kasino

Wenn man nun durch den Mauerdurchgang geht, vor dem man vor Erreichen des Platzes abgebogen ist, gelangt man auf die Laivastokatu mit Blick auf den Nordhafen, wo im Sommer die Eisbrecherflotte vor Anker liegt. Halbrechts sieht man die Zooinsel Korkeasaari liegen.

Blick auf den Nordhafen

Der Rundgang führt nun nach links über die Laivastokatu, der wir stetig folgen. Nach wenigen hundert Metern liegt rechter Hand das Kasino Katajanokka. Es diente früher als Lagerhaus bevor es durch den Architekten Albert Nyberg im Jahr 1913 sein heutiges Aussehen erlangte und bis zur Märzrevolution 1917 als Kasino für die russischen Offiziere diente. Heute ist in dem Gebäude ein Restaurant mit gemütlichem Terrassencafé untergebracht.

Link zum Kasino Katajanokka: https://www.katajanokankasino.fi

Blick auf das ehemalige Kasino

 

Im dritten Teil nehmen wir dich mit zum Ritterhaus, weiter zur bekannten Aleksanterinkatu und natürlich zum Dom. Was das alles mit der Zarenzeit zu tun hat, erfährst du dann natürlich auch.

 

 

 

Gastbeitrag von Frank Rehag

„Hallo! Mein Name ist Frank, hauptberuflich bin ich Konstrukteur für Anlagen zur Rohrherstellung, nebenberuflich Finnlandverfallener. Da keine verwandtschaftliche Vorbelastung bezüglich Finnland besteht, muss das Virus irgendwann von außen zugeflogen sein, vermutlich schon während der Wiegenzeit. Von A wie Apulanta bis Z wie Zombie und der Geisterzug (Film von Mika Kaurismäki) interessiert mich so gut wie alles, was von dort kommt. Neben dem Betreiben einer eigenen Netzpräsenz http://finnland-tour.de (hauptsächliche Inhalte sind Buchbesprechungen zu Büchern finnischer Autoren in deutscher Übersetzung) schreibe ich in losen Abständen Artikel für die Zeitschrift eines Deutsch-Finnischen Freundschaftsvereins (hier hauptsächlich CD-Rezensionen) … und nun auch als Gast für #FinnlandBlog

 

Fotos © Frank Rehag

 

 

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