Lesestoff aus Finnland

Egal ob du am Strand liegst, im bequemen Liegestuhl oder in der Hängematte. Ob die Sonne scheint, es aus Kübeln regnet oder eine leichte Brise weht. Ob du gegen Stechmücken kämpfst, die Sonnencreme im Auge kneift oder mit dir und der Welt zufrieden bist: Hier sind ein paar Lesetipps, die dir Finnland und die finnische Seele ganz nahe bringen.

 

Mundus-Novus Reihe von Taavi Soininvaara

Mein erster Tipp ist nicht ein Buch, sondern gleich mehrere: die Mundus-Novus-Reihe von Taavi Soininvaara. Mittlerweile sind alle vier Bände in Deutschland erschienen. Rot, Weiß, Schwarz und Tod. Das Warten zwischen dem Erscheinen der einzelnen Bände wurde von Mal zu Mal unerträglicher, das schafft nicht jeder Autor. Dabei lief der Einstieg alles andere als ideal. Mit dem Charakter von Leo Kara musste ich erst etwas warm werden, auch hat mich die Einleitung im ersten Band etwas schockiert, aber dann verschlang ich die Krimis in kürzester Zeit. Was mir daran so gut gefällt, neben der temporeichen Erzählweise, die Aktualität der Handlung: Es dreht sich um Waffenhandel, Ausspähaktionen im Internet, Flüchtlingsdrama, korrupte Politiker und einer Handvoll Idealisten, die dagegen ankämpfen.

 

 

 

Maria Kallio-Serie von Leena Lehtolainen

Maria Kallio ist eine weibliche Ermittlerin, die nicht nur gegen das Böse kämpft, sondern auch gegen jede Menge Vorurteile und Klischees. Dabei sind die Bücher keine typischen Frauen-Bücher, sondern gut geschriebene und sehr spannende Krimis. Neben den einzelnen Ermittlungen bekommt man auch noch sehr viel über die wandelnde finnische Gesellschaft vermittelt und erlebt, wie aus der Jurastudentin Maria Kallio eine Mutter von zwei Kindern wird. Aus der Maria Kallio-Serie sind mittlerweile 11 Bücher erschienen. Die genaue Chronologie der Bände erfährt man auf der Homepage von Leena Lehtolainen.

 

 

Arto-Ratamo Bücher von Taavi Soininvaara

Noch mehr Soininvaara! Aber ich kann in dieser Liste nicht auf Arto Ratamo verzichten. Ratamo, der Calvados und Kautabak liebt, und es einfach nicht gebacken bekommt, sein Leben in ruhige Bahnen zu lenken, ist ein typischer Skandinavien-Krimi Charakter mit viel finnischem Charme. Die Serie beginnt mit Finnisches Blut, geht weiter mit Finnisches Requiem, Finnisches Roulette, Finnisches Quartett, Finnischer Tango und der Finne. Danach gibt es vier weitere Bände, davon ist leider bis dato nur der vorletzte auf Deutsch erschienen: Das andere Tier. Hoffentlich werden die fehlenden Übersetzungen auch bald bei uns erhältlich sein.

 

 

Canal Grande von Hannu Raittila

Dieses Buch lebt definitiv von seinen traumhaft toll beschriebenen Klischees. Eine Gruppe finnischer Wissenschaftler soll sich aufmachen, um Venedig vor dem Versinken zu retten. Das von den Finnen eigentlich niemand italienisch kann, und man sich wundert, warum Menschen überhaupt freiwillig in einer Stadt wie Venedig wohnen, „in Finnland wären die Einwohner schon längst evakuiert worden“. Oder wie man auf die lebensmüde Idee kommt, in einem Boot stehend zu rudern, sind nur ein paar Anekdoten, das dieses Buch zum echten Schenkelklopfer macht. Dass das Ende ziemlich verwirrend ist, ist dabei eigentlich völlig egal. Die Eigenheiten des finnischen Charakters sind einfach zu wunderbar beschrieben!

 

 

 

Und was sind deine finnische Lieblingsbücher?

 

 

 

Foto © #FinnlandBlog

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2 Kommentare

  1. Ich mag die Bücher von Leena Lander und Arto Paasilinna sehr gerne. Das sind aber keine Krimis.
    Wenn Du gerne Krimis liest: Wie wär’s mit Harri Nykänen, Outi Pakkanen oder Ilkka Remes?
    Terveisiä, Alex