Meine neuesten Buchempfehlungen

So richtig wohl fühle ich mich nur, wenn ich ein halbes Dutzend Bücher zu Hause habe, die darauf warten von mir gelesen zu werden. Das ist wahrscheinlich so ähnlich, wie manche immer einen Zentner Kartoffeln im Keller haben müssen. Egal wie, das bedeutet, ich muss immer für Nachschub sorgen. Dabei sind mir diese drei Bücher finnischer Autoren in den Warenkorb gefallen -ich habe sie alle in kürzester Zeit gelesen. Ob sie vielleicht auch was für dich sind, verrate ich dir gerne!

 

„Dinge, die vom Himmel fallen“ von Selja Ahava

Original Titel: Taivaalta tippuvat asiat
Deutsche Erstausgabe: 14. Februar 2017 (also ganz frisch erschienen!)

 

Erster Eindruck

Wahrscheinlich ist es sehr banal, wenn ich sage, dass dieses Buch mir ins Auge gefallen ist, weil ich das Cover so schön fand. Sorry ihr Literaten und Kulturbeflissene, aber manchmal ist es so simple im Leben.

 

Inhaltsangabe

Sachen gibt es, die gibt es gar nicht. Einen Eisbrocken etwa, der mitten im Sommer vom Himmel stürzt und der achtjährigen Saara auf tragische Weise die Mutter nimmt. Wenig später widerfährt auch Saaras Tante Unwahrscheinliches, als sie zum zweiten Mal im Lotto gewinnt -und vor Schreck in einen dreiwöchigen Dornröschenschlaf fällt. Und dann ist da noch der Fischer aus Schottland, der wiederholt vom Blitz getroffen wird -und sein Schicksal dennoch immer wieder aufs Neue herausfordert.

Was passiert, wenn von einem Moment auf den anderen nichts mehr ist, wie es war? Wenn ein kleiner Zufall die ganze Welt ins Wanken bringt? In ihrem prämierten neuen Roman erzählt Selja Ahava eine Geschichte von den unberechenbaren Launen des Schicksals, schmerzhaft und ehrlich, tröstlich und märchenhaft leicht.

 

Mein persönliches Fazit

Das blumige Cover trügt, hier geht es um Tod, traurige Schicksale und Verlust. Was mich an dem Buch fasziniert, ist die Sprache, die Bilder die im Kopf entstehen und die wunderbare Gedankenwelt der kleinen Saara. Selja Ahava kann sich so gut in das kleine Mädchen hineinversetzen, dass einem ihr Schicksal richtig unter die Haut geht. Mich hat das Buch aber auch daran erinnert, dass auch wir Erwachsene manchmal die Gedanken abschweifen lassen sollten. Schließlich geben kleine Fluchten und Phantasie dem Alltag neue Perspektiven.

 

 

 

„Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm“ von Selja Ahava

Original Titel: Eksyneen muistikirja
Deutsche Erstausgabe: 4. Februar 2014

 

Erster Eindruck

Gleiche Autorin, gleiche Art der Umschlagsgestaltung -das gefiel mir auf Anhieb. Viele Verlage -ich weiß nicht warum- ändern bei jedem neuen Buch des Autors das gesamte Erscheinungsbild, vielleicht kann mir mal jemand vom Fachleuten erklären warum das so ist -das macht doch wenig Sinn. Fakt ist: ich hätte dieses Buch nicht so einfach im Laden entdeckt und gekauft wenn es anders ausgesehen hätte.

 

Inhaltsangabe

„Wäre es möglich, Augenblicke einzufrieren, würde ich diesen in eine Plastikdose legen. Dann könnte man den Winter über davon zehren.“ Als es Anna immer weniger gelingt, ihre Erinnerungen festzuhalten, und ihr Gedächtnis langsam unzuverlässiger wird, klammert sie sich an Wortlisten („Stein, Birke, Gras, Stuhl“) und erfindet Wörter für Dinge, die keinen Namen haben. Im Lauf der Jahre trotzt sie den Zumutungen des Alltags mehr und mehr mit ihrer Vorstellungskraft.

Als alte Frau blickt Anna zurück auf ihr Leben, so, wie sie sich daran erinnert, an schöne wie an schwere Momente, an die Zeit in Finnland wie auch den Neuanfang mit Thomas in England. Vor allem erinnert sie sich an ihr Häuschen mit den blauen Vorhängen auf einer Schäreninsel, inmitten von Möwen, Schilf und krummen Kiefern, wo sie die Sommer mit ihrer großen Liebe Antti verbrachte – und natürlich an den Tag, an dem ein Wal durch London schwamm.

 

Mein persönliches Fazit

Demenz ist kein leichtes Thema. Jeder hat Angst davor, dass die eigenen Eltern, Familienmitglieder oder irgendwann man selbst in diesen Strudel des Vergessens gerät. Das Buch ist daher vielleicht nicht unbedingt das was man abends im Bett lesen möchte. Trotzdem finde ich das Buch gut, was wieder an der wunderbaren Sprache und den vielen Beschreibungen liegt. Es rüttelt auf und schreit förmlich danach mal wieder aus dem eigenen engen Sprach- und Gedankenkorsett zu entfliehen.

 

 

 

„Weiß für Wut“ von Jari Järvelä

Original Titel: Tyttö Ja Pommi
Deutsche Erstausgabe: 29.08.2016

 

Erster Eindruck

Aggressives Coverbild. Hier kann es sich nicht um einen seichten Roman mit kitschigen Happy-End handeln.

 

Inhalt

Ein 19-jähriges Mädchen, das sich „Metro“ nennt, ist leidenschaftliche Street-Art-Künstlerin. Zusammen mit ihrem Freund kundschaftet sie täglich ungewöhnliche Orte aus, um sich dort heimlich mit ihren gesprayten Kunstwerken zu verewigen. Als sie eines nachts entdeckt werden, stirbt ihr Freund bei einer Auseinandersetzung mit dem Sicherheitsdienst. Metro kann fliehen. Ihre Trauer entlädt sich in einem wütenden Racheplan: Sie will dem Mann, der ihren Freund auf dem Gewissen hat, das Leben zur Hölle machen. Mit ihren ganz eigenen Mitteln …

 

Mein persönliches Fazit

Wow, was eine Story! Durch die wechselnde Erzählweise -mal aus der Sicht von „Metro“, mal aus der Sicht des Sicherheitsdienstes- wird deutlich was Wut und Rache anrichten kann. Das Buch ist temporeich, teilweise fast aggressiv, aber trotzdem vielschichtig. Man will es kaum aus der Hand legen. Als ich das Buch durchgelesen hatte, ging mir immer wieder ein Gedanke durch den Kopf: Was alles passieren kann, wenn Wut über Empathie gewinnt. Dies ist übrigens der erste Teil der Trilogie rund um „Metro“-bin gespannt auf Teil 2 und 3.

 

 

Fotos © #FinnlandBlog

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