Unterwegs mit einem Kamerateam in Finnland

Mit einem Kamerateam gut zwei Wochen unterwegs in Finnland. Was man da erlebt, auf was man unter Minustemperaturen bei Aufnahmen mit einer Drohne alles achten muss, warum der nächste Finnlandurlaub schon geplant ist und welchen wichtigen Tipp der Profi für dich hat, erfährst du, wenn du weiterliest….

 

Manchmal ist die Welt wirklich klein! Da erzählt mir vor ein paar Tagen meine liebe Bekannte Hanna Lehtivirta, dass sie für Filmaufnahmen für Kabel 1 in Finnland war, da stoße ich bei Facebook auf ein atemberaubendes Video von genau dieser Filmcrew. Zwei Stunden später bin ich mit dem Geschäftsführer von Camaze Videoproduktion, Mike Eiers, zum Gespräch verabredet!

 

Hallo Mike! Zurzeit laufen ja gerade auf Kabel 1 in der Sendung Abenteuer Leben immer wieder Stories über Finnland, die du mit deinem Team und mit meiner guten Bekannten Hanna vor Ort gedreht hast…. da habe ich doch gleich mal ein paar neugierige Fragen!

 

Mike bei der Arbeit!

 

 

 

Wann und wie lange wart ihr in Finnland?

Mein Projektteam (Harry Filbert, Peter Heinz und ich) waren vom 27. Februar bis zum 14. März in Finnland. Von diesen 16 Tagen haben wir 8 Tage für Kabel 1 Abenteuer Leben produziert, die restlichen 8 Tage sowohl für lokale Unternehmen als auch für unseren eigenen Finnlandfilm gedreht.

 

 

 

Wo wart ihr überall?

Wir waren von Süden nach Norden fast überall: Helsinki, Tampere, Rovaniemi, Kittilä und Levi.

 

Warst du vorher schon mal in Finnland?

Nein, ich war davor noch nie in Finnland.

…und Action! 🙂

 

Was hast du dir vorgestellt, wie es sein wird?

Im ersten Moment schossen mir Gedanken wie Kälte, schöne Natur und Nordlichter durch den Kopf.

 

 

 

 

 

 

Wie war es dann in Realität? Gab es Überraschungen?
Harte Bedingunen für Mensch und Technik!

Was das Wetter betraf, lagen wir richtig: es war sehr kalt und wir haben sehr viel Schnee gesehen. Die ganze Crew ist krank geworden. Aber wir haben uns davon nicht kleinkriegen lassen. Die atemberaubende Landschaft, die unendlichen Eiswüsten und die finnische Gastfreundschaft haben unseren Aufnahmen ein einzigartiges Flair verliehen.

Überraschend fanden wir die Rolle der Sauna in der finnischen Kultur. In Deutschland endet der Saunagang in der Regel mit der Dusche und dem Umziehen. In Finnland hingegen nimmt die Sauna eine zentrale Rolle im Familienleben ein: dort wird Saunawurst gegrillt, Wäsche getrocknet und früher wurden dort sogar Kinder entbunden.

 

 

 

War es eine Herausforderung bei Schnee und Eis zu drehen?

Nach gründlicher Recherche, was die (eis)kalte Temperatur für einen Einfluss auf Kamera und besonders auf den Akku hat, haben wir uns reichlich mit Wärmepads ausgerüstet. Ohne hätte beispielsweise die Drohne nicht starten können, da die Akkus eine gewisse Temperatur zum Starten benötigen. Daher mussten wir „vorheizen“. Dazu haben wir den Boden eines Koffers mit Wärmepads auslegt, die Akkus für die Drohne daraufgelegt und nochmal eine Schicht Pads drüber.

Mit gewärmten Akku kein Problem!

Aber die niedrigen Temperaturen waren nicht das einzige: Bei Außenaufnahmen mussten wir auch darauf achten, dass wir keinen Objektivwechsel durchführen. Das Innere der Kamera kann durch die hohe Luftfeuchtigkeit beschädigt werden. Daher möchte ich allen einen Tipp geben, die auch einmal bei solchen Bedingungen Aufnahmen machen möchten: Nie von höheren Temperaturen schlagartig raus in die Kälte gehen, weil dabei die Optik direkt von Innen beschlägt. Und das geht leider nicht mehr weg. Diese Erfahrung durften wir (leider) machen 🙂

 

 

 

 

Was war dein schönster finnischer Moment?

Mein schönster finnischer Moment war gleichzeitig die Erfüllung eines Traums! Als wir nördlich des Polarkreises unterwegs waren, hatten wir immer noch einen sehr engen Drehplan und nur einen einzigen Abend, um Nordlichter zu erleben.

Leider waren die Prognosen dafür mehr als schlecht: Die Bewohner der Region Lapplands informierten uns, dass es kaum möglich sei, an genau diesem Abend die Nordlichter zu sehen. Die Wetterbedingungen seien nicht gut und vor allem sei es wegen des Vollmonds zu hell für Nordlichter. Wir ließen uns davon aber nicht einschüchtern und sind an unserem letzten Abend mit dem Camper auf den Berg Levi gefahren. Gerade als wir angekommen waren, ging das Naturspektakel los: Auf der Jagd nach Bildern und voller Euphorie stürmte das komplette Team mit Kameras bewaffnet aus dem Camper! Es war ein atemberaubendes Spektakel, was meiner Meinung nach jeder Mensch mal erlebt haben sollte. Legenden besagen, dass Nordlichter alte Indianerseelen seien. Und bevor ein Nordlicht entsteht, sieht es tatsächlich so aus, als würde eine Seele vom Himmel fallen. Ab einer gewissen Höhe entfaltet sich die Seele, und es entstehen diese wunderschönen Farben. Ich liebe meinen Job über alles und bin sehr dankbar dafür, was ich erleben und sehen durfte.

 

Wirst du nochmal nach Finnland reisen?

Der nächste Urlaub dorthin ist in Planung 🙂

 

 

Vielen Dank Mike! Und ja: du hast es geschafft: Ich bin jetzt echt ein bisschen neidisch, was die Nordlichter betrifft! Die fehlen mir nämlich noch immer!

 

Der erste Teil der Filmaufnahmen sind mittlerweile bei Kabel 1 gelaufen und kann in der Mediathek angeschaut werden (Bild anklicken!):

 

 

Sobald ich die Sendetermine für die anderen Folgen habe, werde ich auf meinen Social Media Seiten teilen!

 

Bei der Zubereitung von Kalakukko!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos und Video © Camaze, Screenshot und Hanna

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