Vorweihnachtszeit in Finnland

In Finnland ist Weihnachten – und besonders die Vorweihnachtszeit – kaum anders als in Deutschland. In der Firma bricht wie immer Panik aus, weil alles doch noch schnell vor Ende des Jahres erledigt sein soll. Die Innenstädte sind mit Lichterketten dekoriert und die Einkaufshäuser werden jeden Tag voller. Wie gesagt, kaum anders als bei uns. Ein paar Unterschiede und Besonderheiten gibt es aber doch:

 

Pikkujoulu

Viele, sehr viele Weihnachtsfeiern prägen die Zeit vor Heiligabend. Denn jeder Verein, jede Firma, jeder Abteilung, jede Schulklasse, Kindergartengruppe, einfach alle feiern Pikkujoulu. Je nach Altersgruppe kann die Feier sehr feuchtfröhlich sein, so dass ich hier nicht auf weitere Details eingehen will. In Schulen findet die Feier am letzten Schultag vor Weihnachten statt. Oft wird musiziert und auch eine Art Krippenspiel aufgeführt. Darin spielt oft die Frau des Weihnachtsmanns eine wichtige Rolle (in Finnland ist der Weihnachtsmann sehr menschlich und daher verheiratet!).

 

Joulupukki

Der Weihnachtsmann, das weiß jedes finnische Kind, kommt aus Finnland und lebt ganz versteckt oben in Lappland in einem kleinen Ort namens Korvatunturi. Alle anderen Kameraden, wie Santa Claus oder der schlechtgelaunte Knecht Ruprecht, sind schlechte Kopien vom Original. Joulupukki ist das ganze Jahr beschäftig und bereitet sich auf Weihnachten vor. Er liest Wunschlisten, pflegt seine Rentiere und bastelt mit seinen Wichteln Geschenke. Am besten kann man das alles im Bilderbuch von Mauris Kunnas nachschauen „Wo der Weihnachtsmann wohnt“ – übrigens ein tolles Geschenk, auch für große und ganz große Kinder!

 

Tonttu

Die Weihnachtswichtel sind sehr wichtig für das finnische Weihnachtsfest. Sie sind die Gehilfen vom Weihnachtsmann. Ohne sie könnte Joulupukki das Weihnachtsfest kaum bewältigen. Sie beobachten die Menschen, schreiben auf wer brav war, welche Wünsche es gibt und helfen bei der Herstellung und Verpackung von Geschenken. Wirklich sehen tut man die Tonttu in der Regel aber nicht. Sie sind sehr klein und bewegen sich ganz unauffällig. Man weiß daher gar nicht so genau wie sie aussehen. Bestätigt sind nur große rote Mützen. Nur manchmal, wenn man ganz leise ist, kann man kleine Füße auf dem Boden laufen hören oder man sieht vielleicht ein paar Spuren im Schnee.

 

Eislaterne

In Finnland ist jetzt die ganz dunkle Jahreszeit. Daher stellen viele Menschen Kerzen in die Fenster und dekorieren mit Lichterketten. Eine ganz besonders schöne Art, Licht in die Dunkelheit zu bringen, ist die Eislaterne. Am Abend stellt man einen alten Eimer mit Wasser vor die Tür. Über Nacht gefriert der Inhalt oben und am Rand. Vorsichtig dreht man den Eimer um, das nicht gefrorene Wasser läuft ab, und es entsteht eine Art riesiger Becher oder Windlicht. Darin stellt man eine Kerze – fertig. Der Effekt sieht wunderschön aus und hält, bis die Temperaturen wieder steigen. Probier’s einfach mal selbst. In der Nacht sollte es aber schon mindestens -8 Grad haben.

 

Himmeli

Ein sehr traditioneller und wunderschöner Weihnachtsschmuck aus Stroh. Himmeli kommt vom Wort Himmel (soll jemand nochmal sagen Finnisch wäre schwer!) und ist ein Stroh-Mobile, das von der Decke herabhängt. Ich habe selbst schon mehrere Himmelis angefertigt und kann aus Erfahrung sagen, dass es viel Zeit und Nerven kostet, aber der Aufwand sich sehr lohnt. Mein Himmeli ist jedes Jahr der Hingucker und irgendwie empfinden es alle als sehr „exotisch“.

 

Weihnachtsbaum

Der typische Weihnachtsbaum in Finnland ist eine Fichte und wird am Weihnachtsmorgen in die Wohnung gebracht. Geschmückt wird er traditionell mit Girlanden mit kleinen finnischen Fahnen und vielen Strohsternen. Außerdem kommt oft ein silberner Stern oben auf die Spitze.

 

Im nächsten Post geht verrate ich dir noch mehr. Beispielsweise was der Weihnachtsfrieden ist oder was es alle traditionell zu essen gibt.

 

 

 

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Foto: Eislaterne ©visitfinland

 

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