Winterurlaub in Finnland –aber ohne Ski!

Was macht man, wenn man aus einer der wärmesten Regionen Deutschlands stammt, Schnee und Eis daher eher Fremdwörter sind, statt ständiger Begleiter im Winter? Gefrorenes Wasser ist daher einfach nicht mein natürliches Element, außer in einem kühlen Getränk. Ich kann mich kaum auf Skiern halten, geschweige denn Schlittschuhfahren. Nicht dass ich es nicht versucht hätte, aber die Talente sind einfach unterschiedlich verteilt, das muss man irgendwann akzeptieren. Es gibt nur ein kleines Problem: Was macht man dann im Winterurlaub in einem Land wie Finnland, wo Kinder (so sagt man) schon mit Skiern an den Füßen zur Welt kommen?

Ganz einfach: Man macht was anderes, denn in der Hütte sitzen -ist nicht in Finnland und eine Couch-Potato war ich noch nie! Außerdem ist die verschneite Landschaft zu traumhaft, um nicht in sie einzutauchen, sie zu fühlen, zu hören und auch zu riechen. Niedrige Temperaturen spielen dabei keine Rolle, man packt sich warm ein, vergisst nicht die Fettcreme für’s Gesicht und raus geht, das Abenteuer ruft!

Schneeschuhlaufen:

Schneeschuhlaufen klingt zugegebenermaßen etwas langweilig, aber macht in Wirklichkeit richtig viel Spaß, und ist viel anstrengender als man denkt. Da in der Regel Mökkis (finnische Ferienhäuser) direkt an einem (zugefrorenen) See liegen, sind es nur ein paar Meter und man steht in einer weiten Landschaft, voll im wunderbaren Pulverschnee. Also Schneeschuhe angeschnallt und los geht’s.

DIX #01
Los geht’s!

Die ersten Schritte sind noch im Watschelgang, aber schnell gewöhnt man sich daran und stapft los.

 

 

So erlebt man die Landschaft, die man aus dem Sommer so gut kennt, völlig neu. Sieht Hütten, die man vorher nie gesehen hat, entdeckt Tierspuren und macht „Engelchen“ im unberührten Schnee. 00_lumikenka20_kleinAuch kann man endlich die kleine Insel, die im Sommer immer von hunderten von Vögeln belagert ist, genauer anschauen.

 

 

Nach ein paar Stunden an der frischen Luft ist man völlig ausgepowert und bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

 

Eislochangeln

Ok, das ist kein so richtiger Sport, aber irgendwie doch kultig. Mit einem überdimensionalen Korkenzieher bohrt man ein Loch ins Eis. Das geht leichter als man denkt, also nicht zu viel Druck ausüben.

Überdimensionaler Korkenzieher
Überdimensionaler Korkenzieher

Dann schaufelt man das Loch noch etwas frei und setzt sich erst mal hin. An einer speziellen, kurzen Angel wird ein Wurm befestigt (Mädels keine Sorge: das kann Frau getrost seinem Begleiter überlassen!) und der Kamerad wird durchs Loch in die Tiefe herab gelassen. Ja und dann wird es vielleicht doch noch sportlich: Es ist nämlich gar nicht so einfach für eine Mitteleuropäerin, die 24/7 online ist, auf einem kleinen Klappstühlchen in mitten eines zugefrorenen Sees einfach mal still zu sitzen und nichts zu tun. Immerhin, mein Rekord liegt bei 8 Minuten, besser gesagt bei gefühlten 3 Stunden!

 

 

Ja, das ist Sport!
Ja, das ist Sport!

Danach war ich überzeugt, dass es gar keine Fische in diesem See gibt, der Köder eh der falsche ist und Eislochangeln irgendwie bestialisch ist –lass die armen Viecher doch in Ruhe, die haben doch eh nichts zu lachen da unten!

Schneemobilfahren

Das ist genau mein Ding! Ich habe mich ja schön öfters als Speedster geoutet. Ich liebe schnelle Autos und ich liebe den Rennsport und ich liebe daher Schneemobilfahren! Wenn du noch nie auf einem Schneemobil gefahren bist und die Gegend nicht sehr gut kennst, solltest du dringend die Finger davon lassen, alleine einfach mal so eben los zu cruisen. Das kann, ohne übertreiben zu wollen, lebensgefährlich werden. Aber keine Angst- an allen möglichen Ecken kann man in Finnland Schneemobil-Touren mit einem Guide buchen, frag mal deine Mökki-Vermieter oder im Supermarkt. Guides wissen, wo das Eis auf dem See dick genug ist, wo fiese Schneeverwehungen lauern oder der Wald zu dicht ist. Außerdem bekommt man die Ausrüstung gestellt, der Fahrtwind kann bei -15°C oder gerne auch mal mehr, wirklich teuflisch sein. Daher Eitelkeit zu Hause lassen: über die komplette Winterbekleidung kommt noch ein „sexy“ Overall, dazu eine Sturmhaube und ein Helm. Das erinnert etwas an das Michelin-Männchen, aber alle sehen ja so aus.

 

Nach einer Einweisung geht es zunächst langsam los, um dann schnell Fahrt aufzunehmen. Während du über den See fährst, fliegt die Landschaft an dir vorbei. Neben dem Fahrtwind hörst du den Schnee unter dir und genießt die Geschwindigkeit. Weiter geht es in den Wald. Zwischen Bäumen kannst du dich im Slalom üben und an Steilstücken erfahren, was die Maschine für eine Power hat. Ein einmaliges Erlebnis!

Fazit:

Man kann im finnischen Winter auch ohne Skier an den Füßen eine Menge Outdoor-Aktivitäten machen. Und eigentlich ist es egal, was du machst, solange du vor die Tür gehst, denn nur so kannst du das wahre Finnland im Winter erleben, außerdem gibt es jetzt keine Stechmücken!

 

 

Fotos: © visitfinland

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2 Kommentare

  1. Hallo Valerie,
    was ich auch interessant finde, sind Husky- oder Rentierschlittenfahrten, die speziell in Lappland angeboten werden – also eine weitere Möglichkeit den finnischen Winter “ o h n e “ Skier zu erleben.

    1. Stimmt, dieses Wintervergnügen fehlt noch!
      Ich habe es selbst auch noch nicht gemacht, habe aber von einigen gehört, dass es toll sein soll.